Letzte Phase der Köllerbach-Renaturierung schreitet voran

Letzte Phase der Köllerbach-Renaturierung schreitet voran

22.01.2016

Der lange fehlende Frost und der viele Matsch sorgten zwar für etwas Verzögerung, aber ansonsten geht es mit der Köllerbach-Renaturierung in Wallpershofen voran. Insgesamt werden über 5000 Kubikmeter Erde bewegt.

1,4 Kilometer fehlen noch zum Lückenschluss, dann ist der Köllerbach auf kompletter Länge renaturiert. Momentan wird im Bereich des Ortseingangsschildes Heusweiler in Walpershofen gearbeitet, die ersten Auen sind bereits angelegt.

Allerdings hinkt man zurzeit dem Zeitplan ein wenig hinterher. Der bis vor kurzem mangelnde Frost hat zu den Verzögerungen geführt, wie Michael Boes, Diplom Ingenieur der Landschaftsagentur Plus, einer Tochtergesellschaft der RAG Montan Immobilien, erklärt. Auf schweres Gerät musste so an mancher Stelle verzichtet werden. Und auch die Wiederherstellung der ein oder anderen Wiesenfläche verzögert sich: „Es war ein Batsch. Wir müssen auf trockene Verhältnisse warten“, so Boes. Momentan wird die Böschung entlang des Bachlaufs gerodet. So mancher gefällte Baumstamm wird dabei als Strömungslenker im Bach versenkt. Das Gewässer soll sich dann in den kommenden Jahren eigendynamisch entwickeln. Bisher wurde das von den vielen Wasserbausteinen verhindert, die den Bach seit Jahrzehnten in einen geraden Lauf zwangen. Boes ist zuversichtlich, dass die Renaturierung zwischen Mai und Juni abgeschlossen sein wird. Am Ende sollen dann hier Sitzsteine aus Sandstein zum Verweilen einladen.

Für die Gestaltung der Auenlandschaften wurden bisher 1600 Kubikmeter Erde bewegt. „Das entspricht 1,6 Millionen Liter Wasser, etwas über 100 Sattelzüge“, erklärt der Ingenieur. Der Bachlauf wurde aufgeweitet und so manche Schlinge angelegt. Die Auenlandschaft dient dabei nicht nur dem Auge. Sie wirkt sich positiv auf den Hochwasserschutz aus. „Das Wasser fließt nun langsamer und kann sich bei einem Hochwasser besser ausbreiten“, sagt Boes. Das mäandrierende Gewässer nimmt zudem mehr Wasser auf. Die Hochwasserwelle verzögert sich und wird gedämpft.

Durch die Maßnahme gewinnt der Köllerbach etwa 30 Prozent mehr Fließlänge. Und die Maßnahme dient letztendlich auch der Tierwelt: „Der Eisvogel lebt hier, und bei den Arbeiten in Püttlingen kam uns täglich ein Biber besuchen.“ Das possierliche Tierchen zeigte dabei ein besonderes Interesse am Bagger. Vielleicht erhoffte es sich ein wenig Hilfe beim Burgenbau.

Bei den Arbeiten haben Boes und seine Leute so manchen Unrat aus dem Bach gezogen. Einkaufswagen, Fahrräder und sogar ein Motorrad fanden sie bisher entlang des Gewässers. Bis die Maßnahme komplett abgeschlossen ist, sollen noch einmal 3500 Kubikmeter Erde bewegt werden. Boes bittet hier um das Verständnis der Anwohner. Im Bereich der Rotenbergstraße werden dann wohl noch einige Sattelzüge rollen, doch er verspricht: „Im Anschluss wird alles von uns wieder hergestellt.“ dla

Zuerst veröffentlicht in der Saarbrücker Zeitung am 20.01.2016.

Hier kann man das künftige Bachbett des Köllerbachs im Bereich Walpershofen noch leer sehen. Im Mai oder im Juni sollen die Arbeiten am letzten Renaturierungs-Abschnitt abgeschlossen sein.

Hier kann man das künftige Bachbett des Köllerbachs im Bereich Walpershofen noch leer sehen. Im Mai oder im Juni sollen die Arbeiten am letzten Renaturierungs-Abschnitt abgeschlossen sein.