Lipperenaturierung in Datteln-Pelkum, erster Bauabschnitt abgeschlossen

Lipperenaturierung in Datteln-Pelkum, erster Bauabschnitt abgeschlossen

21.02.2017

Der Lippeverband und die Landschaftsagentur Plus renaturieren in Datteln-Pelkum ein Stück Lippe-Ufer und ufernahe Flächen mit dem Ziel, dort die Entwicklung natürlicher Gewässerstrukturen und Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten zu fördern.  

Zu diesem Zweck beseitigt der Lippeverband auf rund 400 m Länge am linken Lippe-Ufer die Befestigung aus schweren Schüttsteinen und „entfesselt“ damit den Fluss. Auf einer Fläche in direkter Nachbarschaft zum Uferstreifen entwickelt die Landschaftsagentur Plus einen 2,5 Hektar großen Acker zu einer Hartholzaue, wie sie früher typisch für die flussnahen und bei Hochwasser überschwemmten Lippeauen war.

Beide Baumaßnahmen sind eng miteinander abgestimmt, die zuerst stattfindenden Arbeiten am unmittelbaren Ufer sind nun abgeschlossen. Die Arbeiten im Hinterland folgen im Herbst/Winter 2017.

Der betreffende Lippeabschnitt liegt südlich von Vinnum, nordöstlich von Datteln in der Ortschaft Pelkum. Dort ist das Ufer im Zuge der Baumaßnahme vielgestaltig mit steilen und flachen Abschnitten und einigen Aus-buchtungen ausgebildet worden. Wenn dem Wasser ausreichende Angriffsmöglichkeiten gegeben werden, erleichtert dies die eigendynamische Entwicklung der Lippe.

Bestehende Gehölze – darunter Weiden, Birken, eine Esche und eine Eiche – sind weitgehend erhalten geblieben, kleinere Eichenstämme sind als so genanntes Totholz in das Gewässer eingebracht worden. Durch Abtragung von Boden wurde, soweit das möglich war, die Aue etwa einen Meter tiefer gelegt. Mit überschüssigem Bodenmaterial sind in der Lippe kleine Inseln entstanden.

Der abgegrabene Oberboden aus dem Uferstreifen wurde gleich nebenan für die Baumaßnahme der Landschaftsagentur Plus zur Verbesserung der angrenzenden Ackerfläche verwendet. Diese wird mit bodenständigen, typischen Gehölzen wie Stieleichen, Hainbuchen, Wildkirschen sowie Feld- und Flatterulmen nach den Vorgaben des Forstamtes aufgeforstet.

Dazwischen mündet ein Wassergraben in die Lippe, der aus dem Bereich der Dortmunder Rieselfelder kommt und bisher auf den letzten 35 m vor dem Einlauf verrohrt war. Diese Verrohrung wurde in Zusammenhang mit der Uferentfesselung entfernt und der Einmündungsbereich dabei trichterförmig aufgeweitet. Die Abflussituation für die Oberlieger wird dadurch tendenziell verbessert.

Die beiden Flächen, die hier angepackt werden, bleiben in privatem Besitz, der Lippeverband bzw. die Landschaftsagentur besitzen aber Verfügungsrechte für diese Grundstücke. Der Lippeverband ist dabei als Bauverwaltung für den landeseigenen Fluss tätig. Die Landschaftsagentur Plus entwickelt die benachbarte Auenfläche als Kompensationsmaßnahme für die Erweiterung der Quarzsandgewinnung der Quarzwerke GmbH in Haltern am See.

Langfristig werden die Flächen durch die Vogelsang-Stiftung unterhalten.

Foto: Lippeverband