Artenschutz statt Abriss auf dem Gelände der Kokerei Hassel in Gelsenkirchen

NRW-Stiftung gibt 20.000 Euro für den Umbau eines ausgedienten Stellwerks

Dieser Gast kam nicht mit leeren Händen: Dr. Ute Röder, Vorstandsmitglied der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, überreichte jetzt bei einem Besuch in Gelsenkirchen die schriftliche Förderzusage der NRW-Stiftung über 20.000 Euro an den NRW-Vorsitzenden des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Josef Tumbrinck. Mit diesem maßgeblichen Zuschuss der NRW-Stiftung und mit weiteren Zuschüssen der RAG Montan Immobilien GmbH und der praktischen Umsetzung durch die Landschaftsagentur Plus GmbH und den NABU NRW kann jetzt das Stellwerkgebäude auf dem Kokerei Hassel zu einem Artenschutzgebäude umgestaltet werden.

Die beiden Projektbeauftragten Lisa Ponath (Landschaftsagentur Plus GmbH) und Michael Schoch erläuterten dabei gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Vogelsang Stiftung, Ewald Steinmann, dem Vorsitzenden der RAG Montan Immobilien, Markus Masuth, der Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus, Nicole Büsing, und Dr. Thomas Bernhard von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Gelsenkirchen die Pläne für den ungewöhnlichen Umbau. Und die sehen jetzt also Artenschutz statt Abriss vor: Bei den Planungen für den neuen Stadtteilpark auf dem über 33 Hektar großen Gelände verkaufte die RAG Montan Immobilien das schon zum Abriss vorgesehene Gebäude zum symbolischen Preis von einem Euro an die Vogelsang Stiftung, die das leerstehende Gebäude bei dem Termin  symbolisch in ihre Obhut nahm. Gemeinsam mit dem NABU NRW und der Stadt Gelsenkirchen wird sich die Vogelsang Stiftung künftig um das Gebäude kümmern wird.

Angrenzend an den geplanten überregionalen Radweg „Allee des Wandels“ sollen künftig insbesondere die so genannten Kulturfolger aus Flora und Fauna ein geeignetes Zuhause finden: Dazu zählen Gebäudenutzer wie Fledermäuse, Schwalben, Falken und Eulen ebenso wie Wildbienen, Käfer oder Spinnen, die in den Mauern und im Umfeld des Stellwerks Unterschlupf und Nahrungsgründe finden sollen. Dafür wird das Gebäude entkernt und die Fenster werden vermauert, um ein feuchtkühles Klima zu schaffen. Es wird Luken, Nistkästen und Hängemöglichkeiten geben, der Boden erhält eine feuchte Sandschicht, und Kalkmörtel an den Außenfassaden soll Wildbienen locken.

Röder lobte bei ihrem Besuch die Pläne als überzeugend und die Zusammenarbeit zwischen NABU, Stadt Gelsenkirchen, Landschaftsagentur Plus und RAG Montan Immobilien als beispielhaft. Das künftige Artenschutzgebäude, so Röder, werde sicher auch erfolgreich als Ziel für den außerschulischen Unterricht genutzt werden können.