Gestatten: Unser neuer FÖJ-ler

Am 1. August begann Jannis Post sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei der Landschaftsagentur Plus GmbH (LA+) am NRW-Standort Datteln. Die nächsten 12 Monate will der 19-Jährige als Findungsphase nutzen, um seine weitere berufliche Ausrichtung zu konkretisieren.

04.09.2018.

Ausbildung oder Studium? Landschaftsarchitektur oder Bioingenieurwesen? Für den Abiturienten aus Bochum ist das Angebot der LA+, am Firmensitz in Datteln ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu absolvieren ein Glücksfall: Der junge Mann, der sich selbst als „Öko-Typ“ bezeichnet, kann als FÖJ-ler seine persönlichen Interessen und seine berufliche Karriere weiterverfolgen – und dabei vielleicht Antworten auf seine noch offenen Fragen finden…

Das FÖJ ist ein Freiwilligendienst und dient als Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren. Die LA+ bietet bereits dem dritten Freiwilligen ein abwechslungsreiches und spannendes Aufgabengebiet rund um die Themenfelder Eingriffsregelung, Ausgleichsmanagement, Artenschutz und Landschaftsarchitektur.

Es geht um Erfahrungen
Jannis Post kann in seinem Orientierungsjahr aus dem Vollen schöpfen, wenn es darum geht, neue Erfahrungen zu sammeln. Dabei bringt er als Ehrenamtlicher der Naturfreundejugend NRW gutes Basiswissen und das nötige Engagement mit. Das Aufgabengebiet, das er im Laufe seines FÖJ bearbeiten wird, umfasst neben Verwaltungsaufgaben mit umweltorientierter Ausrichtung (wie etwa behördliche Abstimmungen und Genehmigungsplanungen) auch handfestes Anpacken, beispielsweise bei der operativen Umsetzung von Biotopentwicklungsmaßnahmen.

„Aktuell bin ich mit der Instandhaltung und Entwicklung der Außenanlagen auf Haus Vogelsang beschäftigt“, berichtet Post. Dazu gehören sowohl die Planung als auch die Umsetzung der Maßnahmen, aber auch die Pflege oder die Neuanlage von Rabatten und Beeten. „Ein paar Vorkenntnisse bringe ich aus Opas Schrebergarten mit, der Rest ist Recherche und ein Sprung ins kalte Wasser. Aber ich finde gut, dass man mir das zutraut und vor allem so etwas anvertraut.“ berichtet er nicht ohne Stolz, denn Haus Vogelsang ist gleichsam der Firmensitz der LA+ und die Außenanlagen so etwas wie ihre Visitenkarte.

Dass er den Dingen auf den Grund gehen kann, hat er bereits mit detektivischem Feingespür und akribischer Hartnäckigkeit bewiesen: Aus zunächst unerfindlichen Gründen füllte sich die Gräfte rund um das historische Anwesen Haus Vogelsang nicht mehr mit Wasser. Der FÖJ-Neuzugang begab sich auf die Suche und wurde fündig. Unbekannte hatten illegal den Zufluss mit Sandsäcken gestaut. Jannis Post informierte die untere Wasserbehörde und sorgte gemeinsam mit dieser dafür, dass die Gräfte wieder Wasser führt. „Ein gutes Gefühl.“ resümiert der junge Mann.

Projektarbeit mit Theorie und Praxis
Und was steht als nächstes an? „Die eigenständige Konzeption der Maßnahme ‚Fledermausfreundliches Haus‘ ist mein nächstes Projekt“, berichtet Jannis Post. „Dazu gehört die Abstimmung bzw. Verortung von Nistangeboten für Fledermäuse in Abstimmung mit den Fledermausfachleuten des NABU NRW auf dem gesamten Gutsgelände. Wieder eine schöne Aufgabe, die Sinn und mir damit auch Freude macht.“

Auf den 19-Jährigen wartet in den nächsten Monaten aber auch die straffe Vermittlung von zahlreichen fachlichen Inhalten und Anwendungen, die zum Tagesgeschäft einer Agentur mit dem Schwerpunkt Kompensationsmanagement dazugehören. Also Handwerkszeug, wie zum Beispiel Planwerke sowie Zeichen- und Geoinformationssysteme. Auch der persönliche Umgang mit Kunden und Projektpartnern oder Behörden gehört dazu.

LA+-Geschäftsführerin Nicole Büsing sieht die Lerninhalte des FÖJ neben der umweltschutzorientierten Ausrichtung nicht nur ideologisch wertvoll, sondern auch sehr pragmatisch: „Auch das wirtschaftliche Handeln und Denken ist Grundvoraussetzung für den Erfolg unserer Dienstleistung und daher ständiger Inhalt unserer Projektbetrachtungen. Auch das wollen wir den Absolventen des FÖJ vermitteln.“

Jannis Prost ist für alles, was das Jahr noch bringen mag offen. „Genau das ist es doch, was ich brauche – Einblick in die vielen Facetten der Berufe mit ökologischer Ausrichtung. Und genau die bekomme ich hier.“