Perl-Besch,

Gut ein Jahr nach der feierlichen Errichtung des Storchenhorstes in Perl-Besch haben die Verantwortlichen des Artenschutz-Gemeinschaftsprojektes erneut einen Grund zur Freude: Ein Weißstorchenpaar hat es sich seit April auf der Nisthilfe gemütlich gemacht und zieht dort nun zum ersten Mal Nachwuchs groß.

Um das Premieren-Storchenjunge in der Mosel-Aue gemeinsam willkommen zu heißen, trafen sich heute vor einer Woche (28. Juni) Umweltstaatssekretär Sebastian Thul, Michael Boes, unser Büroleiter am Agenturstandort Saar, Rolf Klein, Geschäftsführer der MILVUS GmbH, sowie Hans Wacht, Geschäftsführer der Kieswerk Besch-Nennig GmbH & Co. KG (KBN) zum großen Wiedersehen an „ihrem“ Horst.

„Erfolgreiches Artenschutz-Gemeinschaftsprojekt“

„Der Nachwuchs der Störche ist der Beweis für das erfolgreiche Artenschutz-Gemeinschaftsprojekt“, würdigte Staatssekretär Thul das Engagement der Anwesenden.

Die Idee zur Bereitstellung des Storchen-Domizils an der Obermosel hatte Rolf Klein, der auch als Ornithologe für den NABU Landesverband Saarland unterwegs ist und in den vergangenen Jahren immer wieder Stelzvögel im Landkreis Merzig-Wadern sichtete. Diesen mangelte es jedoch an einer geeigneten Brutmöglichkeit. Durch den Bau des Storchennestes durch unseren ehemaligen FÖJ’ler Felix Engel, die Organisation des Mastes und den Aufbau durch die KBN, die Unterstützung der Beantragung und des Nestbaus durch Rolf Klein und die Genehmigungserteilung des Ministeriums gehört das aber der Vergangenheit an.

Rekultivierte Kiesgrube ein „Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt“

„Die Arbeit hat sich gelohnt! Beim Besuch im letzten Jahr konnte ich beim Bau des Storchenhorstes helfen und mich von dem tollen Projekt überzeugen“, bekräftigte Sebastian Thul. „Umso mehr freue ich mich, dass die Weißstörche Nachwuchs bekommen haben. Das zeigt nicht nur, dass der Horst angenommen wurde, sondern auch, dass die gemeinsame Arbeit die ehemalige Kiesgrube nachhaltig in ein Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt verwandelt hat.“

An der „gemeinsamen Arbeit“ und der Umwandlung der ehemaligen Kiesabbau-Flächen in einen bevorzugten Lebensraum für mehr als 200 nachgewiesene Brut-, Rast- und Zugvogelarten waren auch wir maßgeblich beteiligt.

„In unserer Funktion der Überwachung der Rekultivierung konnten wir die Ausbildung einer vielfältigen Fauna unterstützen“, blickt Michael Boes stolz zurück. „So entstanden mosaikartige Stillgewässer, feuchte Ruderalflächen, auetypische Gehölzstrukturen und artenreiche Wiesen, auf denen nun auch der Storch ein breites Nahrungsangebot wie Mäuse, verschiedene Amphibien und Reptilien sowie Regenwürmer und Insekten vorfindet.“

Störche kehren im Frühjahr 2023 zurück

Flügge ist der Nachwuchs in Perl-Besch noch nicht. Sobald das der Fall ist, haben die Elterntiere noch circa einen Monat mit ihrem Jungvogel, bevor dessen Nestausflüge immer weiter werden und sich dieser schließlich endgültig von ihnen trennen wird. Im Herbst machen sich dann auch die Eltern auf den Storchenzug in ihr weit entferntes Winterquartier.

Im Frühjahr 2023 kehren die Störche dann wieder zurück. Hoffentlich auch wieder an die Obermosel und auf den Horst in Perl-Besch.

Fotos: Landschaftsagentur Plus / Becker&Bredel

Autor: Julian Kiszka