Bottrop,

Nach der letztjährigen Corona-Zwangspause war die diesjährige Freude bei rund 1.200 Viertklässler*innen aller Bottroper Grund- und Förderschulen umso größer. Im Zuge des Projektes „Jahrgangswald 2022“ durften sie 2.400 Bäume auf einer unserer Ersatzaufforstungsflächen in Bottrop selbst einpflanzen und konnten durch das begleitende Waldspielprogramm viel über die dortigen Pflanzen und Tiere lernen.

Organisiert wird die Auspflanzaktion seit 1999 durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Bottrop, welche nun zum ersten Mal mit Kindern auf der von uns seit 2021 bereitgestellten Fläche stattfinden konnte. Ausgepflanzt wurden dabei Jungbäume, die vor drei Jahren noch als Setzlinge von den damaligen Erstklässler*innen im Waldpädagogischen Zentrum Bottrop eingepflanzt wurden.

200.000 neue Bäume in 23 Jahren

Beim offiziellen Pressetermin (05. April) dankten sowohl Peter Pawliczek, 1. Vorsitzender der SDW Kreisverband Bottrop, Klaus Strehl, Bürgermeister der Stadt Bottrop und Claudia Bünnighausen, Referatsleiterin Forsten und Naturschutz des Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, den Schulkindern, Lehrer*innen und Ehrenamtlichen für ihr wichtiges Engagement.

„Ihr leistet einen wichtigen Beitrag für eine vernünftige und intakte Umwelt – auch in der Zukunft“, lobte Bürgermeister Klaus Strehl (2. Foto, 3. v. l.) das Engagement der 50 Klassen aus 22 verschiedenen Schulen. Peter Pawliczek veranschaulichte den bereits erreichten Erfolg: „In den vergangenen 23 Jahren konnten wir mit eurer Hilfe für jeden Bottroper Bürger zwei Bäume pflanzen. Und wie wir wissen, hat Bottrop mehr als 100.000 Einwohner“. Das ergebe in Summe mehr als 200.000 neu gepflanzte Bäume.

Projekt „Jahrgangswald“ können wir bis mindestens 2025 auf unserer Forstflächen sicherstellen

Neben lobenden Worten für alle Beteiligten fragte NRW „Forstchefin“ Claudia Bönnighausen die Schulkinder, ob jemand wisse, welche konkreten Baumarten sie gepflanzt hätten. „Eiche, Haselnuss und Wildkirsche“ lautete die richtige Antwort. Zusätzlich wurden mit der Hainbuche und Winterlinde zwei weitere heimische Arten gepflanzt.

Zum Abschluss des Pressetermins richtete Pawliczek einen „speziellen Dank an die Landschaftsagentur Plus, für die wichtige Bereitstellung der benötigen Forstfläche“. Noch bis 2025 werden einmal pro Jahr Schulkinder den Jahrgangswald auf dieser rund einen Hektar großen Fläche durch ihre Einpflanzungen erweitern.

Gelungenes Beispiel für multifunktionale Nutzung einer Ersatzaufforstungsfläche

Dabei ist die Aktion ein gelungenes Beispiel für die mögliche multifunktionale Nutzung einer Ersatzaufforstungsfläche, was uns auch der anwesende Regionalforstamtsleiter Peter Bergen in einem Gespräch bestätigte. Durch den „Jahrgangswald 2022“, welcher durch ein ausgedehntes Spiel & Lernprogramm begleitet wurde, erfahren die Schulkinder eine praktische Naturerziehung und werden für umweltbewusstes Handeln sensibilisiert. Gleichzeitig nutzen wir die Fläche als Kompensationsfläche für forstrechtliche Eingriffsvorhaben.

Darüber hinaus tragen die verwendeten standorttypischen, klimaresilienten Baumarten in der waldarmen Gegend zu einer verbesserten Vernetzungsstruktur bereits bestehender Waldgebiete bei, wodurch die heimische Fauna und die Biodiversität an sich profitiert. Und auch der Mensch kann sich an der zukünftig gesteigerten Naherholungsfunktion und den Ökosystemleistungen wie den verbesserten CO²- und Sauerstoffbilanzen erfreuen.

Autor: Julian Kiszka