Im vergangenen Herbst startete unsere achtjährige Waldumbauphase zur ökologischen Aufwertung des Kollekturwaldes in Mannheim. Sie ist erforderlich, da das gegenwärtige Waldbild mit seinen ausgedehnten Kiefernbeständen aufgrund der klimatischen Veränderungen durch Trockenheit und Pilzbefall stark gefährdet ist. Zusätzlich verdrängt die dort weit verbreitete Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) durch ihr invasives Wachstum die heimischen Baumarten.
Nach den Aufwertungsmaßnahmen soll sich der Kollekturwald als Teil des Käfertaler Waldes zu einem standortgerechten, klimastabilen und artenreichen Laubmischwald etablieren. Um diesem Ziel ein Stück weit näher zu kommen, legten am Freitag (14. Oktober) fleißige Schüler*innen aus Mannheim in einer waldpädagogischen Aktion selbst Hand an.
Sägen, Sammeln, Hämmern für eine natürliche Waldverjüngung
Sechs gedeckte Eichelhäher-Tische waren das Ergebnis der gemeinsamen Aktion der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS) und der Landschaftsagentur Plus. Auf dem Weg dorthin, hieß es für die 27 Fünftklässler*innen der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) in unterschiedlichen Gruppen Bretter mit Zollstock abmessen und anschließend mit der Japansäge zusägen, Eicheln im Wald sammeln und die bearbeiteten Bretter schließlich zu Tischen zusammenfügen und nageln.
Gefordert waren dabei unter anderem das Geschick, der Teamgeist und das Durchhaltevermögen der Schüler*innen. Begleitet und unterstützt wurden Sie während der Bau-Aktion von Diplom-Biologen und staatlich zertifiziertem Walderlebnispädagogen Frank Hoffmann, zwei Lehrerinnen der IGMH und drei Mitarbeitern der ESPS (Abteilung Forst) und der Landschaftsagentur Plus.
Gedeckte Tische für den Eichelhäher
Die fertig gestellten Häher-Tische wurden anschließend auf zwei Flächen des Kollekturwaldes aufgestellt, auf denen wir bereits 2021 Aufwertungsmaßnahmen durchgeführt haben und die nun gute Lichtbedingungen für aufwachsende Eichen bieten. Durch das Befüllen mit den vorab gesammelten Eicheln dienen die gedeckten Tische nun dem Eichelhäher als Nahrungsquelle, welcher als fliegender Förster zu einer nachhaltigen und klimabewussten Forstwirtschaft beitragen kann.
Durch das Verstecken (und Nichtwiederfinden) von Eicheln im Boden als Wintervorrat oder durch unbeabsichtigtes Fallenlassen während des Fluges verbleiben etliche der von ihm gesammelten Eicheln im Boden und können im Frühjahr keimen. So können besonders wertvolle, robuste und viel CO2 speichernde Jungeichen heranwachsen, die zu einer natürlichen Waldverjüngung des Kollekturwaldes beitragen.
Möglicher Erfolg der Aktion ab Frühjahr beobachtbar
Ob sich die fleißigen Werkelarbeiten der Schüler*innen auszahlen, wird mit Hilfe von Wildkameras überwacht und im Frühjahr durch die aufkeimenden Jungeichen beobachtet und beurteilt. So oder so hatte sich jede*r der jungen Helfer*innen zum Abschluss eines produktiven und lehrreichen Tages in der Natur ein paar Brezen zur Stärkung verdient.




