Erfreuliche Nachrichten aus dem Saarland: Der von uns im Zusammenhang eines Artenschutz-Gemeinschaftsprojektes gebaute und Mitte März 2021 in Perl errichtete Storchenhorst wird zum ersten Mal bewohnt. Eingezogen ist ein verliebtes Weißstorchenpaar, welches allem Anschein nach bereits fleißig dabei ist, für weitere Jungbewohner zu sorgen.
Dass die Stelzvögel nach etlichen Jahrzehnten wieder zum Nisten an die Obermosel kommen, ist nicht zuletzt dem Einsatz des NABU Landesverband Saarland, der KBN GmbH & Co. KG, der MILVUS GmbH, der Naturwacht Saarland sowie des entsprechenden Bewirtschafters zu verdanken. Gemeinsam mit ihnen setzten wir die Idee einer Nisthilfe für Störche von Ornithologe Rolf Klein (NABU Landesverband Saarland) in die Tat um und wurden dafür bei der feierlichen Errichtung von Umweltstaatssekretär Sebastian Thul gewürdigt.
Nachwuchs ist schon auf dem Weg
„Die ehemalige Kiesgrube ist zu einem Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt geworden“, schwärmte Thul schon damals, ohne genau zu wissen, wann sich die ersten Störche zwischen Besch und Nennig niederlassen würden. Recht behalten sollte er trotzdem, was das nistende Weißstorchpaar nur ein Jahr nach der Errichtung des Horstes nahelegt.
Was Thuls Aussage zusätzlich untermauert, ist die Tatsache, dass das Pärchen bereits Nachwuchs auf den Weg gebracht hat. Da das Weibchen klassischerweise die Brut übernimmt, muss das Männchen auf doppelte Nahrungssuche gehen. Sonderlich schwer fallen dürfte ihm das in dem NATURA-2000-Gebiet „Moselaue bei Nennig“ jedoch nicht, was unter anderem mit den bereits rekultivierten, ehemaligen Kiesabbau-Flächen zusammenhängt.
Rekultivierungsbedingte Biodiversität sorgt für breites Nahrungsangebot
In der Funktion der Überwachung der Rekultivierung konnten wir damals die Ausbildung einer vielfältigen Fauna unterstützen. So entstanden mosaikartige Stillgewässer, feuchte Ruderalflächen, auetypische Gehölzstrukturen und artenreiche Wiesen. Von der heutigen Biodiversität profitieren auch die Weißstörche, zu dessen Nahrung Kaulquappen, Frösche und Kröten aber auch gelegentlich Mäuse, Ringelnattern und Eidechsen zählen.
Wie viele Jungstörche bis Ende Mai in der sechs Meter hohen Nisthilfe schlüpfen werden, ist noch unklar. Klar ist hingegen, dass der eineinhalb Meter breite und 90 Kilogramm schwere Horst schon jetzt eine Bereicherung für den Landkreis Merzig-Wadern ist und sich dieser aufgrund solcher Artenschutzprojekte zurecht auch als „grüner Kreis“ bezeichnet wird.
Weiterer Artikel der Saarbrücker Zeitung zu dem Weißstorchenpaar und unserem Storchenhorst in Perl: hier klicken.
Das 1. Foto wurde mit freundlicher Genehmigung der MILVUS GmbH zur Verfügung gestellt.


