Ensdorf,

Seit Langem ist bekannt, dass die Vielfalt der Arten zurückgeht. Mit Blick auf seltene Tier- und Pflanzenarten hat das Saarland viel zu bieten. Doch er gehört nicht mehr dazu: der Wiedehopf. Bisher jedenfalls.

Bis Ende der 70er Jahre war der Wiedehopf im Saarland noch heimisch. Bis Ende der 80er Jahre konnten Brutnachweise gefunden werden. Doch seit den 90er Jahren gilt er im Saarland als ausgestorben. Bis jetzt: „Wir konnten in den vergangenen Jahren wieder vereinzelt Wiedehopfe beobachten. Allerdings finden sich keine Brutnachweise“, erklärte Rolf Klein, Geschäftsführer des Planungsbüros MILVUS GmbH. Klein ist Mitglied des NABU und versierter Ornithologe.

Im Zusammenhang eines Gemeinschaftsprojektes installierten wir nun mehrere Nistkästen in Merzig, nahe der französischen Grenze. „Wir hoffen, dass sich ein Pärchen hier niederlässt“, so Klein.

Derzeit maximal 950 Wiedehopf-Brutpaare in Deutschland

„Der Wiedehopf ist einer der auffälligsten heimischen Brutvögel und auch Vogel des Jahres 2022“, bekräftigte Michael Boes, Standortleiter unseres Agenturbüros Saar. „Es gibt nur noch 800 bis 950 Brutpaare in Deutschland. Vielleicht können wir mit unserer Initiative dafür sorgen, dass es mehr werden und wir so einen wichtigen Beitrag für Biodiversität leisten können.“

Der Wiedehopf benötigt halboffene bis offene insektenreiche Landschaften. „Solche bewirtschafteten Obstgärten sind perfekte Landschaften für ihn. Was das Klima angeht ist der Wiedehopf ein Zugvogel. Er zieht im Spätsommer in die Überwinterungsgebiete nach Afrika. Durch den Klimawandel wächst sein Bestand wieder an. Man kann sagen, der Wiedehopf ist ein Klimagewinner“, so Boes. „Es wäre schön, wenn wir mit der künstlichen Nisthilfe mit dazu beitragen könnten, den Wiedehopf im Saarland wieder heimisch zu machen.“

Nisthilfen-Bau durch FÖJ'ler

Mit der MILVUS GmbH haben wir in der Vergangenheit mit der Errichtung einer Nisthilfe für den Weißstorch in Perl bereits eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Nach nur einem Jahr wurde das Nest in luftiger Höhe von einem Storchenpaar eingenommen. „Es wäre klasse, wenn uns dies mit dem Wiedehopf auch gelingen würde“, so Boes.

Sowohl die Storchenhorste im letzten Jahr als auch die Nistkästen für den Wiedehopf in diesem Jahr wurden von unseren Teilnehmern des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) gebaut. „Es ist uns wichtig, unseren FÖJ´lern spannende Themen und Projekte an die Hand zu geben, Natur hautnah erlebbar zu machen und so ihr Wissen zu vertiefen“, so Boes. Die Aktionen laufen parallel an den Agenturstandorten in Ensdorf und Datteln. An letzterem wurden die Nisthilfen im Ökokonto Lippeaue angebracht, das mit seiner renaturierten Auenlandschaft ebenfalls einen idealen Lebensraum für den Wiedehopf bietet.

Fotos: Landschaftsagentur Plus /Becker&Bredel/Laura Ockenfels

Autor: Traudel König