Wo heute junge Bäume geschützt anwachsen, wurde 2025 erneut intensiv gearbeitet: Im Kollekturwald in Mannheim hat die Landschaftsagentur Plus den fünften Abschnitt der Maßnahmenumsetzung abgeschlossen. Rund 21.000 neue Bäume, neue Schutzkonzepte für Jungpflanzen, Bodenschutz und der Beginn eines gestuften Waldmantels zeigen, wie aktiver Waldumbau in der Praxis aussieht – Schritt für Schritt und mit langem Atem.
Im Kollekturwald wird Waldentwicklung konkret
Waldumbau zeigt sich nicht zuerst in großen Worten, sondern auf der Fläche. Im Kollekturwald in Mannheim wird genau das sichtbar: Junge Bäume wachsen an, Schutzsysteme sichern empfindliche Pflanzungen, Mulch und Holzhackschnitzel schützen den Boden, und neue Strukturen entstehen dort, wo der Wald langfristig stabiler und vielfältiger werden soll.
Mit dem Abschluss des fünften Umsetzungsabschnitts 2025 hat Landschaftsagentur Plus einen weiteren wichtigen Baustein für die ökologische Entwicklung des Kollekturwalds umgesetzt. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie die Agentur Waldflächen fachlich plant, aufwertet und über mehrere Jahre hinweg weiterentwickelt.
Von der Vorbereitung bis zur Pflanzung: So lief der fünfte Abschnitt
Zunächst wurden von Mitte Oktober bis Ende November 2025 invasiv wachsende Neophyten entnommen. Im Anschluss folgte von Ende November bis Mitte Dezember 2025 die Pflanzung von rund 21.000 Bäumen.
Zu den Hauptbaumarten gehören Traubeneiche (Quercus petraea), Stieleiche (Quercus robur), Hainbuche (Carpinus betulus) und Sommerlinde (Tilia platyphyllos). Ergänzt wurden sie unter anderem durch Feldahorn (Acer campestre), Elsbeere (Sorbus torminalis) und Wildbirne (Pyrus communis). So haben wir die Artenmischung weiter differenziert und die Grundlage für eine vielfältige Waldentwicklung gestärkt.
Schutz junger Pflanzen: differenziert statt schematisch
Waldumbau endet nicht mit der Pflanzung. Entscheidend ist, wie die jungen Pflanzen in den ersten Jahren geschützt und begleitet werden.
Im Kollekturwald haben wir deshalb auf weiteren Teilflächen bewusst auf einen flächigen Wildschutzzaun verzichtet. Stattdessen erhielten die Pflanzen ein biologisches Verbissschutzmittel und einen Fegeschutz aus Holz. Er schützt die Pflanzen vor Rehböcken, die an der Baumrinde gerne den Bast ihres Gehörns abstreifen und sie so beschädigen könnten.
Auf zwei Teilflächen kam zusätzlich ein Einzelschutz aus Holz zum Einsatz. Auf einer weiteren Fläche schützt ein hölzernes Hordengatter die Pflanzung.
Damit suchen wir gezielt passende und ökologisch sinnvolle Lösungen, die zu Fläche, Standort und Entwicklungsziel passen.
Bodenschutz und Strukturvielfalt mitdenken
Parallel dazu mulchten wir das auf den bearbeiteten Flächen anfallende Kronen- und Wurzelmaterial und nutzten vor Ort verarbeitete Holzhackschnitzeln aus entnommenen spätblühenden Traubenkirschen. Um einzelne Pflanzen herum und auch großflächig verteilt, schützen sie den Boden vor Hitze und Austrocknung und unterstützen die Entwicklung der Fläche.
Auch der Totholzanteil wurde auf allen neu bearbeiteten Flächen gegenüber dem Vorjahr erhöht. Unser Ziel ist ein optimales Wachstum der neuen Pflanzen und eine gezielte Weiterentwicklung der Strukturvielfalt.
Neuer Waldmantel auf 500 Metern
Ein weiterer Schritt war der Beginn des ersten Abschnitts eines gestuften Waldmantels auf rund 500 Metern Länge. Dieser besteht aus einem 5 bis 7 Meter breiten Krautsaum, einem 5 bis 7 Meter breiten Strauchgürtel und einem 10 bis 15 Meter breiten Waldmantel aus Bäumen zweiter Ordnung.
Solche Strukturen verbessern Übergänge, schaffen zusätzliche Lebensräume und stärken die ökologische Qualität des Waldrands.
Klimaentwicklung fachlich mitdenken
Außerhalb des FFH-Gebiets „Sandgebiete zwischen Mannheim und Sandhausen“ pflanzten wir in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde in geringem Umfang auch Seekiefer (Pinus pinaster), Esskastanie (Castanea sativa) und Zerreiche (Quercus cerris). Diese überwiegend submediterranen Arten sind an trocken-warme und niederschlagsärmere Standorte angepasst und werden auf einem begrenzten Flächenanteil als fachlich abgestimmte Ergänzung mitgedacht.
Auch daran zeigt sich: Waldumbau bedeutet, heutige Maßnahmen mit dem Blick auf künftige Standortbedingungen zu planen.
AusblickDer nächste Abschnitt ist ab September 2026 vorgesehen.
Zum Tag der Wälder macht der Kollekturwald deutlich, was zukunftsfähige Waldentwicklung braucht: fachlich saubere Planung, differenzierte Umsetzung, kontinuierliche Pflege und die Bereitschaft, Flächen langfristig zu begleiten.
Sie möchten mehr über die Arbeit von Landschaftsagentur Plus im Bereich Waldumbau, Flächenentwicklung und ökologische Aufwertung erfahren? Sprechen Sie uns gerne an!
Infos zum ökologischen Waldumbau anfordern




