Ensdorf,

Felix Engel ist FÖJ’ler der Landschaftsagentur Plus am Standort Saarland und hat sich in Wiebelskirchen einem besonderen Projekt verschrieben: dem Bau einer Benjeshecke.

Die Landschaftsagentur Plus führt dort als Ausgleichsmaßnahme eine Sanierung des ehemaligen Schlammweihers „Katzentümpel“ durch und wird diesen der Natur zurückgeben. Das verlandete Gebiet wird dafür gerodet und um Raum für heimische Arten zu schaffen, werden Fichten und Birken entfernt. Tümpel, Steinhaufen und die Benjeshecke sollen einheimischen Tierarten neue Lebensräume bieten.

„In der Hecke werden die beim Roden anfallenden Materialien verwendet“, erklärt Felix und beschreibt den Aufbau: „Wir setzen Birkenpfähle und legen Reisig in die Zwischenräume. In der unteren Lage Birkenreisig und darüber Kiefernäste. Das Material wird gepresst und mit Draht fixiert. Diese Totholzhecke bietet zahlreichen Vogelarten wie beispielsweise Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen einen geschützten Bereich, den diese gerne als Nistmöglichkeit annehmen. Auch kleine Säuger wie Igel und Siebenschläfer sowie kleine Reptilien wie die Zauneidechse, Amphibien wie die Erdkröte oder Insekten wie Wildbienen beziehen die Benjeshecke gern. Über die Zeit werden sich vom Wind verwehte Samen in der Hecke verfangen und Pflanzen wachsen lassen. Langfristig wird aus der Totholzhecke eine lebendige“, beschreibt er den Prozess.

Das dauere allerdings einige Jahre, bis es sich vollständig entwickelt habe. Als Insektenversteck würde die Hecke sehr schnell angenommen. Der junge Losheimer hatte nach seinem Abitur etwas Orientierung gesucht und sich daher für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr entschieden: „Ein soziales Jahr kam für mich nicht infrage. Aus der Liste der möglichen Einsatzstellen aus dem Umweltministerium pickte ich mir die Landschaftsagentur Plus heraus, bewarb mich und wurde glücklicherweise angenommen. Ich habe hier die ideale Mischung aus Bürojob und Außeneinsätzen“. Die Totholzhecke sei nur ein Beispiel. Er habe bereits Nistkästen für Turmfalken gebaut (wir berichteten), eine Weidefläche von Unkraut befreit und wird ein Blumenpflanzprojekt realisieren. „Nach meinem FÖJ werde ich eine Ausbildung als Industriekaufmann beginnen“, so der 19-jährige Abiturient, den es momentan nicht an die Uni zieht.

In Wiebelskirchen regnet es Bindfäden. Engel trägt Regenjacke und Gummistiefel. Das Gelände des „Katzentümpels“ ist morastig, durch Regenwetter zudem aufgeweicht, er steht bis zu den Knöcheln im Wasser. „Hier zu arbeiten, macht mir nichts aus. Man muss nur ständig die Sachen waschen“, sagt Engel und hebt die Schultern. Auf die Benjeshecke, die bereits viele Meter lang ist, ist er stolz. Sie werde ein wertvoller Lebensraum im Gesamtareal werden, auch wenn sie jetzt noch nicht so aussehe. Die Landschaftsagentur Plus hat für Spaziergänger eine Infotafel aufgestellt, die das Projekt ebenfalls erklärt.