Heute ist Internationaler Tag der biologischen Vielfalt oder auch der Internationale Tag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Eine willkommene Gelegenheit, um an drei ausgewählten Beispielen zu verdeutlichen, was wir innerhalb und außerhalb unserer Projekte konkret tun, um Biodiversität zu erhalten oder darüber hinaus zu steigern.
Der Rückgang der biologischen Vielfalt ist eines der großen Probleme der Gegenwart. Laut der IPBES sind weltweit bis zu eine Millionen Arten vom Aussterben bedroht. Hauptverantwortlich dafür ist der Mensch. Gleichzeitig sind Ökosystemleistungen für uns alle überlebenswichtig. Die Erhaltung und Förderung von Biodiversität sind somit global, national und regional wichtige Herausforderungen, die wir selbst und auch mit unseren Kunden und Partnern gemeinsam voranbringen wollen.
Bundesweit entwickeln wir seit vielen Jahren Projekte zur Steigerung der biologischen Vielfalt und der Leistungsfähigkeit von Ökosystemen. Auf diese Weise entstehen ökologische Mehrwerte, die zur Kompensation negativer Umwelteinwirkungen eingesetzt werden oder aber Teil von unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategien sein können.
Potential steckt darüber hinaus in den Freianlagen vieler Unternehmensstandorte, wie unsere Beispiele zeigen:
Handlungsempfehlungen zur Biodiversitäts-Steigerung für Wasserwerk-Betreiber
Ein top aktuelles Beispiel ist der Auftrag eines Wasserwerk-Betreibers aus NRW, den wir bei der unternehmerischen Biodiversitätsstrategie beratend sowie konzeptionell unterstützen. Ziel ist es, die biologische Vielfalt und Klimaresilienz auf geeigneten Freiflächen nachhaltig zu erhöhen. Unsere Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Lebensraumstrukturen umfassen gestalterisch-funktionale Entwässerungs-, Bepflanzungs- und Beleuchtungskonzepte, Fassaden- und Dachbegrünungen, Nahrungsangebot und Nistmöglichkeiten sowie die Einrichtung von Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und Amphibien.
Die Entwicklung und der Erfolg der Maßnahmen werden anschließend als Sustainable Development Goal im Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens dokumentiert und veröffentlicht.
Potentiale vor der eigenen Haustür an den Agenturstandorten NRW und Saarland
Weil wir aber nicht nur unseren Kunden Empfehlungen aussprechen, wie diese biologische Vielfalt steigern können, sondern dies auch selbst vorleben und zeigen wollen, arbeiten unsere Landschaftsarchitekten und Ökologen kontinuierlich daran, die Potentiale der Freiflächen rund um unsere eigenen Agenturstandorte bestmöglich zu nutzen.
So kann beispielsweise unser angepasstes Mähkonzept viel zum Nahrungsangebot auf ehemals klassisch-ordentlichen „Rasenflächen“ beitragen und mit gezielt gesetzten Konturen auch gestalterisch einen Mehrwert in anspruchsvollen Freianlagen leisten. Die Schaffung von regelmäßig wechselnden Insektenschutzflächen, die aus den Mähintervallen herausgenommen werden und ungemäht überwintern können, dienen als sichere „Inseln“, die von Insekten und Kleintieren als Nahrungs-, Rückzugs- und Überwinterungsort genutzt werden. Zusätzlich fördern solche Flächen die Entwicklung von Blüten- und Samenpflanzen, die dort keimen, blühen und versäen können.
CEF-Maßnahme für den Baumpieper
Das letzte unserer drei Beispiele, wie wir biologische Vielfalt sichern, betrifft eine Maßnahme, mit der ein kontinuierlicher ökologischer Funktionserhalt von Lebensräumen und somit das Bestehen einer konkreten Art gewährleistet werden kann. Gemeint ist die CEF-Maßnahme (Continuous Ecological Functionality) aus dem Bereich der Eingriffsregelung – in diesem Fall für Baumpieper-Paare (Anthus trivialis), die sich in Dorsten auf dem ehemaligen Schachtgelände Wulfen 1/2 niedergelassen haben. Da die rund 30 Hektar große Industriebrache jedoch für die Folgenutzung des Gewerbeparks „Große Heide Wulfen“ revitalisiert werden musste, haben wir für den Baumpieper einen langfristig gesicherten Ersatzlebensraum unweit des Eingriffsortes geschaffen.
Typischerweise lebt der Baumpieper in (halb-) offenem Gelände mit hohen Singwarten und gut ausgebildeter Krautschicht. Solche Strukturen bilden sich häufig auf brachgefallenen Industrieflächen aus, die der Langstreckenzieher gerne als Sekundärhabitat annimmt. Auf der von uns bereitgestellten Maßnahmenfläche findet er hingegen die Strukturen seines natürlichen Lebensraumes vor: aufgelockerte Waldränder, Lichtungen sowie lichte Laub- und Nadelwälder. Von dieser Strukturvielfalt profitiert aber nicht nur der Baumpieper als Leitart, sondern auch eine Vielzahl anderer Arten desselben Biotop-Typs.
Über den Internationalen Tag der biologischen Vielfalt
Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt findet seit 2001 am 22. Mai statt und soll an die offizielle Annahme des Textes über das Internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) durch die Vereinten Nationen erinnern (1992). Zuvor wurde dieser Tag am 29. Dezember gefeiert, an dem im Jahr 1993 die CBD schließlich in Kraft trat. Durch das Übereinkommen haben sich mittlerweile mehr als 190 Vertragsparteien verbindlich dem Erhalt von Biodiversität, der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und der gerechten Verteilung des Nutzens verschrieben.




