In NRW und im Saarland werden immer mehr Bergbaufächen der RAG AG im Rahmen der angestrebten Beendigung der Bergaufsicht und der damit verbundenen Wiedernutzbarmachung zurückgebaut. So auch die ehemalige Schachtanlage Friedrich Heinrich 4 in Kamp-Lintfort, NRW, auf der der 2016 begonnene Rückbau von Betriebsanlagen bereits abgeschlossen ist. Einen Großteil des Geländes nutzen wir nun für Waldentwicklungsmaßnahmen und den Erhalt von Offenland-Biotopen.
Gut 17 Hektar fasst das Gesamtareal der ehemaligen Schachtanlage Friedrich Heinrich 4 und angrenzender Flächen. Bis zu ihrem Betriebsende im Jahr 2013 wurde über den dortigen Wetterschacht mehr als 70 Jahre lang verbrauchte Luft aus den unterirdischen Grubenbauen des Bergwerk West abgesaugt. Heute dient das Areal einem anderen guten Zweck: der Neuanlage von Wald und dem Schutz besonderer und wertvoller Offenland-Biotope.
Vorausschauende Waldentwicklung für naturschutzrechtliche Eingriffe
Die Waldentwicklung wird von uns als waldrechtliche Kompensationsmaßnahmen für zukünftige vorhabenbedingte Eingriffe angelegt. Bereits seit 2018 arbeiten wir daran, die Flächen für diese Entwicklung zu sichern. Insgesamt werden hier langfristig rund 11 Hektar Wald und 6 Hektar Offenland entwickelt.
Nachhaltige Sicherung durch die Vogelsang Stiftung
Die Sicherung von Naturentwicklungsflächen ist eine generationsübergreifende Aufgabe. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wird das gesamte Areal an die gemeinnützige Vogelsang Stiftung übertragen. Sie ist aufgrund ihrer institutionellen Eignung für diese Aufgabe prädestiniert und daher unser wichtigster Partner um Nachhaltigkeit in Naturschutzprojekten verlässlich sicherzustellen.
Unsere Arbeit ist damit aber noch lange nicht am Ende. Diese endet erst, sobald sich der Wald eigenständig entwickeln kann. Dann können wir die Schutzzäune zurückbauen, die die jungen Pflanzen vor übermäßigem Wildverbiss schützen. Je nach Entwicklung kann das bis zu zehn Jahren dauern.

