Die Landschaftsagentur Plus GmbH plant den 111 Hektar großen Kollekturwald der Stiftung Schönau im Mannheimer Forst in einen standortgerechten, klimastabilen und artenreichen Laubmischwald umzubauen. Zur Realisierung des Projektes laufen derzeit die Abstimmungen mit der Stadt Mannheim.
Die zuständige Untere Naturschutzbehörde der Stadt Mannheim hat den in Ökopunkten bewerteten Ausgangszustand des Kollekturwaldes anerkannt. Offen waren noch Fragen der operativen Umsetzung. Diese konnten nun geklärt werden. „Wir haben in sehr guten und konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Mannheim einen Kompromiss erzielen können“, erklärt Martin Strauß, Geschäftsführer der Landschaftsagentur Plus. „Kompromisse sind das A und O in jeder Partnerschaft. Und partnerschaftlich wollen wir hier zusammenarbeiten. Unser erklärtes Ziel ist es, die ökologischen und sozialen Funktionen, insbesondere den Erholungswert des Kollekturwaldes langfristig zu sichern.“ Zur Umsetzung des Projektes stehen noch Genehmigungen aus.
Geeinigt hat sich das Unternehmen mit der Stadt, dass die Umsetzung der Maßnahmen zunächst in acht und nicht wie ursprünglich geplant in drei Jahren erfolgt. Dem Wunsch nach einem längeren Zeitraum wurde also entsprochen. Damit reduziert sich auch die jährlich zu bearbeitende Flächengröße von 30 auf 12 Hektar pro Jahr. Diese sind wiederum in Bearbeitungsflächen von ein bis vier Hektar unterteilt und bereits identifiziert. Hier wird die Landschaftsagentur Plus die Spätblühende Traubenkirsche aus dem Zwischen- und Unterstand entfernen, der Baumbestand bleibt bestehen. „Die Entnahme erfolgt so behutsam wie möglich. Sie wird von Rückegassen aus vorgenommen, so dass keine flächige Befahrung nötig ist“, erklärt Stephan Reff, Projektingenieur der Landschaftsagentur Plus. Auf den dann partiell freigewordenen sogenannten Kulturflächen werden anschließend neue, standorttypische Baumarten wie die Traubeneiche gepflanzt. „Und dies in einer Größenordnung von maximal einem Hektar pro Bearbeitungsfläche“, so Reff. Daneben sollen auch verschiedene Biotope, wie Tümpel und Sandrasenflächen, und stufige Waldränder angelegt werden, um den Lebensraum Wald ökologisch aufzuwerten. Ziel ist es, den Naherholungswert des Kollekturwaldes während des Waldumbaus so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Landschaftsagentur Plus hofft, nach Genehmigung der notwendigen Anträge, noch in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen zu können.
„Wenn wir jetzt nicht handeln, ist der Kollekturwald bald Geschichte“, erklärt Strauß. „Waldrettende Maßnahmen sind daher dringend notwendig. Wir möchten einen klimastabilen, widerstandsfähigen Mischwald schaffen. Damit bleibt der Wald als Naturraum für Menschen, Tiere und Pflanzen erhalten. All unsere Aktivitäten stehen unter dem strengen Gebot, die Beeinträchtigungen in Natur und Umwelt so gering wie möglich zu halten“, so Strauß. Der Wald bleibt Naherholungsraum und wird als solcher gesichert. Das sei oberstes Ziel.
Ein gesunder, standorttypischer Wald bindet CO2, sorgt für sauberes Grundwasser und ist für die Tier- und Pflanzenwelt überlebenswichtig. „Ohne den Umbau des Waldes und Investitionen in den Wald der Zukunft können wir den Erhalt des Ökosystems Wald an dieser Stelle nicht erreichen“, bekräftigt Frank Philipp, Leiter des Forstbetriebes der Stiftung Schönau.
Die Landschaftsagentur Plus hat mit der Stadt Mannheim während der Umsetzung der Maßnahmen ein für die Öffentlichkeit transparentes Verfahren und eine engmaschige Kommunikation mit den Anwohnern vereinbart. Hierzu wurde ein Konzept entwickelt, das unter anderem eine weitere Informationsveranstaltung mit anschließendem Waldrundgang für alle Interessierten vorsah. Auf Grund der Corona-Pandemie hat sich die Landschaftsagentur Plus dazu entschieden, diese Veranstaltung ins Internet zu verlegen.
Diese Online-Bürgerinformationsveranstaltung fand am 30.10.2020 statt und war Grundlage für einen konstruktiven Austausch. Dabei erläuterte die Landschaftsagentur Plus ihr Vorhaben zum „Umbau“ des Kollekturwaldes im Mannheimer Forst und trat mit den Teilnehmern in einen aktiven Dialog. „Transparenz und Kommunikation sind uns sehr wichtig“, erklärte Martin Strauß während der Veranstaltung und sagte den Teilnehmern zu, die vorgestellte Präsentation zum Projekt online zu stellen.
Diese kann hier heruntergeladen werden: Bürgerdialog Kollekturwald


