Am heutigen Tag des Waldes (21.03.2025) freuen wir uns, über die jüngsten Fortschritte bei der ökologischen Aufwertung des Kollekturwalds bei Mannheim zu berichten. Dort haben wir inzwischen den vierten Abschnitt erfolgreich fertiggestellt.
Seit 2021 sind wir dabei, den durch Trockenheit und Pilzbefall stark geschädigten Kiefernwald ökologisch aufzuwerten. Gleichzeitig entnehmen wir die sich immer stärker ausbreitende Traubenkirsche und andere Neophyten. Diese nicht-heimischen Pflanzenarten breiten sich invasiv aus und verdrängen heimische Baum- und Straucharten, die aber für das funktionierende Ökosystem Kollekturwald erforderlich sind.
Ziel: Ein stabiler Klimawald
Das Ziel unseres auf acht Jahre angelegten Projekts im Wald der Schönau-Stiftung ist es, einen stabilen Klimawald zu schaffen. Nach der naturschutzfachlichen Aufwertung durch uns soll er als naturnaher, standortgerechter Laubmischwald wieder aus eigener Kraft bestehen und größere Mengen Kohlendioxid speichern. Somit trägt er auf Dauer signifikant zum regionalen Klima- und Artenschutz bei.
Pflanzung heimischer Baumarten
Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir zwischen Oktober 2024 und Ende Januar 2025 im inzwischen vierten Abschnitt die spätblühende Traubenkirsche und andere invasive Pflanzenarten entfernt. Auf rund zehn Hektar pflanzten wir etwa 16.500 neue Bäume, darunter:
Hauptbaumarten:
- Stieleiche (Quercus robur)
- Hainbuche (Carpinus betulus)
- Winterlinde (Tilia cordata)
- Sommerlinde (Tilia platyphyllos)
Nebenbaumarten:
- Spitzahorn (Acer platanoides)
- Vogelkirsche (Prunus avium)
- Sandbirke (Betula pendula)
Nicht-heimische Baumarten ergänzen die Neuanpflanzungen:
- Flaumeiche (Quercus pubescens)
- Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia)
- Französischer Ahorn (Acer monspessulanum)
- Strandkiefer (Pinus pinaster)
Laichgewässer und Sandrasen für ökologische Vielfalt
Der Kollekturwald ist an sich ein Idealer Lebenraum für die in unserer Region nachgewiesenen seltenen Amphibienarten wie Kreuz-, Wechsel- und Knoblauchkröten. Allerdings benötigen diese für Eiablage und Aufwuchs ihrer Kaulquappen stehende Gewässer, die im Kollekturwald wegen des hier durchlässigen Sandbodens fehlen. Das Niederchlagswasser versickert also direkt im Boden. Im Zuge der ökologischen Aufwertung haben wir daher künstliche Laichgewässer angelegt: schadstofffreie, widerstandsfähige und wasserdichte Formteile aus Steinmehl und Kunstharz dichten nun den Boden ab und füllen sich mit Regenwasser.
Ebenso haben wir Sandrasen angelegt, um wertvolle offene, sonnenbeschienene Biotope zu fördern. Diese Maßnahmen unterstützen spezialisierte Pflanzen- und Tierarten wie das Mausohr-Habichtskraut, die Blauflügel-Ödlandschrecke und die Mauereidechse.
Teil des DB-Klimawaldes
Die ökologische Aufwertung des Kollekturwaldes ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen der Deutschen Bahn für Eingriffe in die Natur durch die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim. Somit ist der Kollekturwald auch Teil des Projektes DB-Klimawald.
Information und Aufklärung
Um die Ziele und Maßnahmen des Kollekturwaldes zu verdeutlichen, haben wir Infotafeln aufgestellt. Projektleiter Stephan Reff, Diplom-Ingenieur (FH) bei der Landschaftsagentur Plus in den Bereichen Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, erklärt: „Nachdem die Flächen bearbeitet wurden, braucht es ein paar Jahre, bis sich der ökologische Mehrwert entfaltet. Bis sich das Waldökosystem so entwickelt hat, wie geplant, können gut und gerne 30 Jahre vergehen.“



