Die neue ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim ist noch nicht gebaut, doch die Deutsche Bahn hat bereits damit begonnen, künftige Eingriffe in die Natur auszugleichen. Aus diesem Grund finanziert sie den Großteil der ökologischen Aufwertung des Kollekturwaldes in Mannheim, mit der wir 2021 begonnen haben.
Der Mannheimer Morgen verschaffte sich kürzlich einen Eindruck von den Maßnahmen und begleitete unseren Projektingenieur Stephan Reff und den Umweltplaner der DB Netze Matthias Mähliß beim Kontrollgang. Entstanden ist ein ausführlicher Bericht über unsere Arbeiten vor Ort.
Der Erhalt von Wäldern ist ein enorm wichtiger Baustein für den Klimaschutz. Die Maßnahmen in Mannheim sind notwendig, da der Kollekturwald mit seinen ausgedehnten Kiefernbeständen aufgrund der klimatischen Veränderungen durch Trockenheit und Pilzbefall großflächig abgängig ist. Eine Verbesserung des Zustands auf natürlichem Weg ist nicht absehbar, da gleichzeitig fremdländische Arten (Neophyten) die heimischen Baum- und Straucharten durch ihr invasives Wachstum stark verdrängen. „Schon in zehn Jahren könnten die letzten Kiefern hier abgestorben sein“, befürchtet Landschaftsarchitekt und Projektingenieur Stephan Reff. Damit der Kollekturwald als Teil des Käfertaler Waldes in absehbarer Zukunft wieder als „leistungsfähig“ bezeichnet werden kann und wichtige Ökosystemleistungen erfüllt, werten wir schrittweise insgesamt 96 Hektar Wald ökologisch auf.
Dieses Jahr pflanzten wir rund 10.000 neue Bäume wie Traubeneichen, Hainbuchen, oder Winterlinden, nachdem invasiv wachsende Neophyten, vor allem die Spätblühende Traubenkirsche, gezielt entnommen wurden. Es handelt sich hierbei um eine von der Stadt Mannheim anerkannte Ökokonto-Maßnahme, die der Deutschen Bahn als Kompensation für die zukünftigen Eingriffe in Natur und Landschaft durch die neue ICE-Strecke dienen soll.
Aufgrund der Größe der Fläche wird die gesamte Waldaufwertung rund acht Jahre beanspruchen. Danach soll sich der Kollekturwald wieder eigenständig zu einem standortgerechten, klimastabilen sowie struktur- und artenreichen Laubmischwald weiterentwickeln. Dies ist ein bedeutender Schritt für den Erhalt der regionalen Artenvielfalt, für die Filterfunktion des Bodens sowie für die Kohlenstoffspeicherung.
